Stillstand entrüstet Pflegebranche

Pflegereform: Stillstand entrüstet Pflegebranche

Die angekündigte Pflegereform verzögert sich weiter. Nachdem Gesundheitsminister Daniel Bahr aufgrund der anhaltenden Streitigkeiten innerhalb der Koalition die für September angekündigten Eckpunkte erst Ende Oktober präsentieren will (nach Redaktionsschluss), wird der Unmut in Politik und Pflegebranche immer lauter.

Während die Senioren-Union Bundeskanzlerin Angeld Merkel auffordert, die Reform zur Chefsache zu machen, warnt der Deutsche Pflegerat davor, die Pflegereform noch weiter aufzuschieben. „Sollte dem Bundesminister im Oktober nur die Vorstellung von ,Eckpünktchen' gelingen und sich die Ankündigung der Pflegereform für 2012 als böser Aprilscherz mit Ansage erweisen, wird dies Konsequenzen für die Glaubwürdigkeit der Koalition haben", sagt DPR-Präsident Andreas Westerfeilhaus. Auch Sachsen Sozialministerin Christine Clauß fordert endlich Taten. Nicht Eckpunkte würden gebraucht, sondern ein konkreter Gesetzentwurf.
Der paritätische Wohlfahrtsverband erwartet ein „sofortiges Ende der Koalitionskakophonie". Zwingend erforderlich sei die umgehende Einleitung konkreter Reformschritte. „Die Koalition steht im Wort, endlich eine Pflegereform auf den Weg zu bringen, die zu einer spürbaren Verbesserung der Menschen mit Pflegebedarf und der pflegenden Angehörigen führt", sagt Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbandes Deutschland. Renate Garnp, Vorsitzende des deutschen evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) ergänzt: „Die Regierung hat es verpasst, 2011 tatsächlich zum Jahr der Pflege zu machen". Die Hängepartie sei unerträglich. Die angekündigte Pflegereform müsse jetzt kommen, sie stehe im Koalitionsvertrag, sie sei lange angekündigt und mehr als überfällig.

aus Häusliche Pflege, 11-2011