Schulabbrecher in die Altenpflege
Baden-Württemberg will bundesweiter Vorreiter sein
Stuttgart: Baden-Württemberg will als bundesweiter Vorreiter Pflegeberufe auch für Schulabbrecher und Langzeitarbeitslose öffnen. Landesgesundheitsministerin Monika Stolz (CDU) legte dazu eine Novelle des Landespflegegesetzes vor, mit deren Hilfe der Nachwuchsbedarf in der Pflege gedeckt werden soll.
„Wir rechnen in den nächsten 20 Jahren mit einer Verdoppelung der pflegebedürftigen Menschen", sagte Stolz - das wären rund 350 000 Menschen. Dafür seien über die derzeit 100 000 Pflegekräfte hinaus 80 000 bis 90 000 zusätzliche nötig.
Die Gesetzesnovelle sieht zum einen einen leichteren Zugang zur Pflege, zum anderen eine Differenzierung in den höher qualifizierten Berufen vor. So soll etwa eine zweijährige Ausbildung, die keinen Schulabschluss erfordert, aber ein Nachholen erlaubt, zum Berufsbild des Alltagsbetreuers führen. Dieser soll etwa Demenzkranke im Alltag betreuen. Am anderen Ende des Spektrums sollen Pflegekräfte als Arztassistenten den Arzt entlasten können. Es sei nichts Ehrenrühriges, wenn ein Arzt Aufgaben delegiert, betonte die Ministerin. Pflegekräfte sollen diesen Beruf in einem Bachelorstudiengang an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe absolvieren können.
Außerdem soll es nach den Worten Stalls auch Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund geben, die 600 Stunden Deutschunterricht umfassen.
aus Altenpflege, 06-2010